Informieren ist nicht einfach

Zu wenig oder zu viel Informationen verwirren oder können beabsichtigt sein. Ein Beitrag über „Windkraft“ löste vor zwei Monaten diverse Reaktionen aus.

Der Kampf um die Windräder – Exclusiv im Ersten …

… und irgendwo findet man den Bericht sogar mit Quellcode zum Kopieren.  Verwechslungen mit Personen oder Gegebenheiten aus dem Ruedertal wären rein zufällig. Pro und Contra melden sich immer, hier zum Beispiel bei Meedia mit Links und den Kommentaren.

Der Mediendoktor hat eine Seite für Umwelt-Journalisten aufgeschaltet, die zum Schreiben oder auch Beurteilen weiter helfen kann. Neutral informieren ist alles andere als einfach. Zudem bildet sich jeder Leser eine andere Meinung. Hier eine Hilfe, wie man Fakten checken kann – mit Checkliste.

Dann gibt es neben dem allenfalls fehlenden Fachwissen noch das Problem des Zeitaufwandes und manchmal auch die Sprachbarriere. Wir informierten über den Zwischenfall in Fessenheim. Und dabei hätte es ja schon das Papier über die Überschwemmung gegeben. Und der Scienceblog schreibt, das war keine Vertuschung. Aber auch hier und den entsprechenden abgegebenen Kommentaren: Informieren ist nicht einfach.

Nur so mal zur Schnelle: Der Besuch der Vogelwarte Sempach vom 16.10.2016 findet um 10.00 in Sempach statt. Ein separater Beitrag (mit Treffpunkt im Ruedertal) folgt noch.

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind

Demnächst könnte es in unserer Gegend billiges Holz geben, denn es wird darüber diskutiert, ob die Windräder in den Wald verlegt werden könnten. Zum Beispiel Richtung Schiltwald, weil in Triengen ein Mindestabstand von 700 Metern gilt.

Sorry, fast alle 68-iger haben sich seit ihrer Jugend mit der Energie auseinander gesetzt. Ich habe in der Sek damals eine volle Lektion über die Atomenergie gehalten. Im Fach „Deutsch“. Üben eines Vortrages. Note 6. Seltenes Ereignis damals in Sprachen, beim Rechnen schon eher möglich. In Franz auch mal einen Stachel. Und genau so kommt mir die Energiegilde pro und kontra vor. Ungeachtet der Kenntnisse wird da drauflos informiert … und über das richtige Wichtige kriegt man selten etwas zu lesen … manchmal unter vorgehaltener Hand zu hören.

Hier ein aktuelles Beispiel, wie informiert wird: „Die Schmalspurbahn macht sich breit„. Das sei eine weltweit einmalige Anlage! Der erste Kommentar erwähnt die beiden Anlagen, die ich auch kenne. Den Wechsel in der Mongolei sogar aus eigener Erfahrung. Aber das war nicht ein Wechsel von Schmalspur zu Normalspur, sondern von Breitspur zu Normalspur. Wer hat nun Recht? Informiert wird meist aus einem extremen Blickwinkel. Und hier auch ein extremer Blickwinkel im Zusammenhang mit breitspurig – Zufall – vermutlich nicht. Ich stelle gleich zwei Bilder dieses Kraters zur Ansicht – Sturm pur. Das bei meinem Beitrag über Strom zweier Inseln (Schweiz und Azoren) erwähnte Blackout hat selbst einen Blackout erlitten – oder doch nicht? Sie sehen, informiert wird extrem oft unsauber – auch über saubere Energie und ganz speziell unsaubere.

Ich erlaube mir nun, einige Links einfach mal aufzuschalten. Irgendwann mal wird schon informiert werden und vermutlich sind einige erschrocken, als sie das Flugblatt der IG Lebensqualität Oberes Suhrental erhalten haben. Sauber gemachte Internetseite mit viel Information. Die erste in diesem Link ist sogar relativ neutral. Von einem, der meinen Weg schon mal gekreuzt hat, von Prof. Dr. Silvio Borner. Die andere Plattform, Pro Kullmerauer Allmend, informiert ähnlich. Beide sind vermutlich für viele zu extrem.

Wer aber ihren Quellen nachgeht und das ist für mich wichtig, könnte erstaunt sein, dass er nicht bei DailyMail sondern bei KoppOnline landet. Es nimmt sich doch eh keiner die Mühe, alles auf Deutsch zu übersetzen. Kopp hat am 1./2. Oktober seinen ersten grossen Kongress. Der ist sicher nicht für jedermann, aber wenn jemand mitkommt, das wären mir EUR 150.- wert. Ein Vortrag ist über Nullpunktenergie, Raumenergie oder auch Freie Energie. Und in letzter Zeit deutet einiges darauf hin, dass es sich hier nicht um Parawissenschaft handelt. Claus W. Turtur oder Konstantin Meyl zum Beispiel. Das ist reine Glaubenssache, denn schon Galileo wurde wegen der Religion nicht anerkannt und im Nachhinein weiss jeder, dass die Erde rund ist. Jeder Kapitän zumindest hätte damals den Beweis erbringen und dies jedem Schüler plausibel erklären können.

Glauben sie das nicht? Dann lesen sie „Der Wind, der Wind, das Himmlische Kind – Teil 2„. Teil 1, Fledermäuse oder Fliegenpilze bringen auch diverse Links und meine Überlegungen zur Windkraft in unserer Umgebung … oder auch ältere Beiträge über Windenergie.

Wenn sie sich mit obigen Links auseinandersetzten, haben sie einen riesigen Fundus an Informationen über Windkraft und hier die aktuellsten, die über kurz oder lang noch zu Diskussionen führen werden:

2016-04-25_Ruth Schmitt_KiKu_Praesentation_Begleitgruppe

2016-05-30_WPKiKu_BG2_CKW_E4

2016-06-14_KiKu_BG_Protokoll_def

2016-06-28-AZ-Steht-der-Windpark-auf-der-Kippe

2016-06-28-Neue-Situation

Schauen sie diesen Beitrag nicht als politischen Standpunkt, sondern als Informationsplattform an. Bei all den Gerüchten, die herumgeistern und von offizieller Seite praktisch nichts zu hören ist, erstaunt es eigentlich nicht, dass die dort aufgeschalteten Filme nicht auf allen Betriebssystem laufen. Ihre PR-Agentur schafft auch das nicht, trotzdem sie schon mindestens zweimal darauf aufmerksam gemacht wurde. Sorry, wenn via Ruedmilan sie auf einem Deadlink oder nur einer Fotobezeichnung, statt Bild landen. Wir haben drei Blogs im D-I-Y-Verfahren gezügelt und sind keine Milliardenunternehmen.

Hier noch ein ganz spezieller Link, der darauf hinweist, dass bei uns die Windenergie vermutlich nicht einmal nur von der Subventionsseite her lukrativ ist. Die aktuellen Einkaufspreise für 1000 KWh – die Spotpreise. Wegen der Vernetzung auch die Spottpreise. Zumindest ökonomisch gesehen, werden die Wälder in nächster Zeit nicht gerodet. Und ökologisch kommt mir ein bekannter Spruch über Wald und Mist-eln in den Sinn.

 

 

Die W.Nuss-Fliegenfalle

Die Venusfliegenfalle ist kein Neophyt – da waren wir uns einig.

Wir? Meine Gesprächspartnerin ist verantwortlich für Neophyten in der Stadt Bern … oder zumindest so ähnlich. Sie hat die invasiven am Stadtfest Bern vorgestellt. 1000 Jahre Bümpliz Bethlehem, da musste ich einfach hin. Nicht der Neophyten wegen, aber der Stand stand wirklich unmittelbar dort, wo ich fast zehn Jahre lang eine Disco betrieb. Grotten gut im Brünnengut und vor lauter Phyten schauen wir uns die Pythonähnlichen nur flüchtig an.

Und dann erkläre ich, dass das eigentlich zum grossen Teil invasive Archäophyten sind. „Aber sicher nicht die Goldrute!“ Invasive Archäophyten, das lässt Biologinnen aufschrecken. Diese nicht! Kanada! Aber die anderen wird sie nachforschen. Die Frage ist, ob wirklich jemand vor 1492 aufgeschrieben hat, ob der Kirschlorbeer oder der japanische Knöterich und Kohorten schon den Weg nach Europa gefunden haben. „Im Prinzip muss ich ihnen Recht geben!“

Spannend und nach Span End habe ich mit ihr noch über die Venusfliegenfalle diskutiert. Echt patent und sicher nicht für den Ochsner Kübel ….

… Geheimnis gelüftet? Weiter im Finanzblog

Gefürchtetes Ackerunkraut – Zypergras mit Erdmandel

Kurzer Rückblick über unseren Grillabend.

Ein einziger invasiver Neophyt im Blumenstrauss und erst noch eine wunderbare Heilpflanze. Zudem ist das Zeigen der späten Goldrute in einer Blumenvase verboten. Das andere sind im Grunde genommen invasive Archäophyten. Zudem ist eine einheimische Pflanze – das Rührmichnichtan im Strauss. Wenn sie die Verbreitung des Grossen Springkrauts hinterfragen – Pyrenäen bis nördliches Westamerika – so stammt diese Pflanze mit Sicherheit ursprünglich aus Asien. Bilder siehe unten in den beiden Zeitungsartikeln.

Das Hinterfragen ist mir geblieben. Nach sieben Jahren bei der Eidg. Alkoholverwaltung habe ich mich für einige Monate in den Erdteil der Neophyten begeben. Zuvor habe ich mit der Abteilung Kartoffeln diskutiert, dass sie mit dem Bintje mehr Probleme bekommen werden. Während des Studiums habe ich mal den „Kartoffel-Brand“ (Hr. Brand) getroffen und er sagte „du hast Recht bekommen“. Gut und langfristig beobachten ist vielfach nützlicher, als einfach Schul- und Studienunterlagen auswendig lernen. Die Zeiten können ändern und mit der Natur kann das ganz schnell geschehen.

Neophyten und Archäophyten sowie potentielle auf dem Grill. Unser Vereinsabend regte zu Diskussionen an. Spass gemacht hat der Americano, der Rebell, nicht ganz allen Personen. Vor allem die Frauen haben nebst dem Riechen des Fox-Tons etwas geschmeckt, das ihnen nicht behagte. Das giftige Methanol, das hier im Wein ist. Keine Angst, die Inhaltsstoffe sind feststellbar, aber ich kenne auch keine Allergiker, die Probleme bekommen hätten. Mit Käse und Fleisch gäbe es schon einige Stories zu berichten. Die beiden einzigen Nahrungsmittel, die beim Thema Neophyten nicht tangiert werden.

Das Zypergras mit der Erdmandel scheint wirklich im Ruedertal angekommen zu sein. Zwei verdächtige Pflanzen kann ich selbst beobachten und für die andern, hier eine Hilfe zum Bestimmen und Geniessen der Tigernuss.

DSC_9568Zypergras? Vermutlich muss ich die Blüte abwarten oder nach dem Frost nach Knollen suchen.

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Einiges wurde restlos aufgegessen, das andere links liegen gelassen. Auf die Kartoffeln gab es keinen grossen Run. Zu empfehlen sind diejenigen, die in Holland und Frankreich angepflanzt wurden. Herrlich mundend, ohne Zutaten, echt toller Kartoffelgeschmack. Die aus der Region sieht toll aus, aber im Blindtest hier eine Kartoffel festzustellen, wäre gar nicht einfach. Am wenigsten Geschmack hatte die Biokartoffel, kostete dafür 16-mal mehr, als diejenige, die ich in Frankreich gekauft habe. In unserer Landwirtschaftspolitik gäbe es noch einiges zu überdenken.

Hier noch die beiden Beiträge  von Frieda und Peter. Danke für die Berichterstattung:

„Schmiedrued-Walde: Wolschmeckende Neophyten verspeist“

„Braun gebraten munde manche Neophyten“

Ohne sie wäre unser Speiseplan echt öde

Hier mein ungekürztes Referat.

Wir vernaschen Neophyten

„Sie können sich selbstständig langfristig halten“. So eine Teildefinition über Neophyten. Genau hier liegt zur Zeit die Krux. Wissenschaftlich hat man festgestellt, dass dies bei Kartoffeln und Mais möglich ist. Eine nicht mehr ganz neue Meldung, unter anderem vom Max-Plank-Institut sollte unter Neophytikern aufhorchen, nachdenken lassen. Das Solanum bulbocastanum, die Wildkartoffel und die Gen-Kartoffel Fortuna (Schicksalsgöttin) sind gemeint. BASF hat das „Geschäft“ in die USA ausgelagert. Dass eine Pflanze zum Neophyt wird, dauert meist Jahre, Jahrzehnte oder noch viel länger. GEN-iessen sie unsere heutigen genfreien Kartoffeln und träumen davon, dass sich in Zukunft nicht zu viele heutige Kulturpflanzen zu Adventivpflanzen entwickeln, zu Pflanzen, die wild wachsen.

Neophyten sind Pflanzen die es im Mittelalter im Ruedertal noch nicht gab. Wir werden solche zusammen verspeisen. Wer dem nicht traut nimmt selbst etwas mit – sowie allenfalls Fleisch zum Grillieren. Getränke werden von uns organisiert.

Das ist ein Ausschnitt aus dem Flugblatt für die heutige Veranstaltung um 19.00 im Waldhaus Schmiedrued-Walde. Beim Vortrag werde ich mich in etwa an diesen Beitrag halten, wo die Quellen verlinkt sind. Zuerst werde ich mir eine Cigarre oder einen Stumpen anzünden – sagen, es sei gegen die Mücken – entschuldigen. Und dann die Frage stellen, was Neophyten eigentlich sind. Einen bei der Klimaerwärmung in Zukunft denkbaren habe ich ja schon in der Hand. Tabak. Im Ruedertal gab es früher Cigarrenfabriken und heute, keine fünf Kilometer Luftlinie entfernt, Villiger in Pfeffiken/LU.

Zur Cigarre werde ich mir noch ein Glas Wein gönnen und den anderen zuprosten. Ein Wein aus echten Neophyten, Americanoreben, Katzeseicheler mit dem typischen Fox-Ton, eben Katzenpisse. Der Wein stammt aus Frankreich, der dort eigentlich verboten ist und in Italien als Fragola (Erdbeere) verkauft wird. Im Tessin dank der grossen Blätter eher als Schattenspender, denn als geniessbarer Wein anzutreffen ist und in Österreich Uhudler genannt wird. Der hier, le Rebelle – Cuvée interdit, aus dem Department Gard ist einer der besten Weine mit den aus der Wildrebe gekreuzten hybriden Rebsorten, den ich je getrunken habe. Gekeltert aus über 100-jährigen Reben der Sorten Couderc, Villard noir und Chatus. Der Beste wäre sein Clinton, aber den gibt es nur selten zu kaufen. Americano Reben können verwildern und Jahrzehntelang weiter wachsen. Übrigens, der Weinbauer ist praktizierender Protestant, der in seinem Verkaufs- und Degustationslokal, dem alten Temple, auch mal eine Hochzeit durchführt.

Neophyten sind Pflanzen, die nach 1492 zu uns kamen. Und Archäophyten kamen vorher zu unseren einheimischen, indigenen Pflanzen. So die einen. Die anderen zählen zu den Neophyten alle Pflanzen, die irgendwie in andere Gegenden kamen, dort nicht heimisch waren. Die Meinungen und Ansichten bei den Neobioten gehen wissenschaftlich ziemlich auseinander.

1492 hat Christoph Kolumbus Amerika entdeckt. Er glaubte, dass er in China gelandet sei, wie man heute aus seinen Schiffs-Büchern weiss. Nicht wie bislang angenommen in Indien, obschon die Karibik im Westindischen Ozean liegt und die Leute dort als Indianer bezeichnet wurden. Amerigo Vespucci hat als erster erkannt, dass hier ein neuer Kontinent – Amerika – gefunden wurde. Er erforschte unter anderem die Tier- und Pflanzenwelt und meiner Meinung nach ist das die einzige Möglichkeit zu erkennen, dass sie nicht in Eurasien gelandet waren. Neobioten heissen dort Alien. Und diese Einsicht, dank den Einträgen in sein Log-Buch. Wir haben heute das Blog-Buch – eben ruedmilan.ch.

Es gibt auch kirchliche Neophyten, das sind neu getaufte oder solche, die einen neuen Glauben angenommen haben. In gewissen Geheimbünden sind es die neu aufgenommenen Mitglieder. Diese interessieren uns aber heute nicht gross. So gesehen bin ich als neuer Präsident ein Neophyt – ausgebildet in Ökonomie und Ökologie. Über einen Fünftel meines Berufslebens war ich in Firmen tätig, die sich den Kartoffeln und dem Baumobst oder dem Tierfutter verpflichtet haben.

Neophyten sind Pflanzen, die bei uns nicht heimisch waren. Durch Menschenhand oder andere Verbreitungsarten, z.B. Vögel, zu uns gekommen sind. Und hier fangen die Probleme bereits an. Es ist keine einheitliche Definition über Neophyten (Pflanzen) oder die Neobiota, darunter zählen auch Tiere, die Neozoen und Pilze, die Neomyceten – jeder legt es etwas anders aus. Einige zählen das selbständige Fortpflanzen nicht zu den Notwendigkeiten. Und genau das ist bei einigen Pflanzen, die wir heute Abend geniessen, der Fall – kommt aber selten vor, weil sie zuvor geerntet werden, bevor sie sich weiter vermehren können.

Letztes Jahr haben sich in meinem Garten die Mäuse gütlich an Pflanzen gelabt und haben einige kleine Exemplare verschleppt oder angefressen und auch Reste davon vermehren sich relativ gut. Solche haben wir heute auf dem Speiseplan, werden aber auch in der Papierherstellung verwendet oder zu Leim verarbeitet. Die Kartoffel. Vermutlich das älteste kultivierte Nahrungsmittel, einst als Zahlungsmittel verwendet und in der Schweiz erst gute 200 Jahre als Nahrungsmittel genutzt, früher als Blütenpflanze.

Die Verbreitung von Pflanzen durch Kultur – die Hemerochorie wollen wir nicht näher auseinandernehmen. Das wird dann viel zu wissenschaftlich. Ein Untergebiet ist die Agochorie, die unbeabsichtigte Ausbreitung durch Menschenhand – zum Beispiel gentechnisch veränderter Raps auf Bahnhofsgebieten. Aus Angst, dass er sich vermehren kann, wurde er vernichtet. Raps und die Beiträge rund um Biosprit sind vermutlich meine wertvollsten Ergebnisse für unsere Ökologie – drei Personen haben ganz am Anfang mitgewirkt, dass der Biosprit in der Schweiz schlussendlich gekippt wurde – die beiden andern kenne ich nicht.

Auch Tiere können auf diese Art verschleppt werden – vor allem durch Plankton im Ballastwasser in Schiffen oder durch Strömung im Sueskanal. Eines der grössten Probleme im Naturschutz, das Fischsterben und noch gefährlicher, dass Muscheln durch verschleppte Einzeller, die Rote Tide oder Algenblüte vergiftet werden können – und das ist nicht ganz gesund für uns. Ich zum Beispiel habe durch Erfahrung gelernt, dass ich als Allergiker auf Muscheln besser verzichte – auch wenn ich die gerne essen würde. Auch Algen können tödlich sein. Das ist die schlimmste Seite bei Neobioten.

Verteilung im Saatgut, die Speirochorie – z.B. Mohn, Kamille, oder der Acker-Hahnenfuss, Basilikum in Australien oder die Erdmandel in unseren Breitengraden. Vermutlich wird uns der Name, oder Tigernuss wie sie auch genannt wird, dieser essbaren Ölfrucht in den nächsten Jahren bekannter werden. Vielleicht könnt ihr mit der Zeit sogar Produkte dieser Pflanze bei mir als Nahrungsergänzungsmittel kaufen – wir sind am Abklären, denn das ist eine Supernuss mit u.a. Omega-3 Fettsäuren. Genau genommen eine Knolle. Eventuell wächst dieses Ding schon in unserer Gemeinde. Vorbeugen ist besser, als bekämpfen. Es besteht eine Meldepflicht für Landwirte. Spätestens jetzt sollte klar sein, wieso bei Neophyten, vor allem invasiven Neophyten welche andere Pflanzen verdrängen, die Meinungen extrem stark auseinander gehen können.

Dann gibt es im Ruedertal noch eine einzige weitere, ungefährliche, ja sogar hilfreiche Pflanze, die in Argentinen wild wächst. Ein Nachtschattengewächs, das Vitamin D3 liefert. Zurzeit wird es erst in Hühner- und Schweinefutter vertrieben. Es hat den Winter überlebt. Solltet ihr es finden, bitte nicht wie Süssholz dran raspeln. Das Ding ist giftig, aber wir haben den Dreh raus, wie das entfernt werden kann. Wenn die Pflanze grösser wird, steigt auch die Aktie … ja, ein bisschen Aberglaube, geschweige denn Vorlieben, müssen schon sein für das Solanum glaucophyllum, die wachsartige Blattkirsche. In der Nähe standen einmal über 100m2 invasive Neophyten, der japanische Knöterich oder der japanische Panflötenbaum.

Invasive Neophyten werden fälschlicherweise oft einfach nur als Neophyten bezeichnet. Sogar der Verband mit den Experten für invasive Neobioten, spricht meist nur von Neobioten. Allenfalls hilft diese Liste mit über 1600 Pflanzen, die im Kanton Aargau vorkommen, die gemeldet werden müssen oder eine Meldung erwünscht ist. Der Topinambur ist mir aufgefallen – auf der Watch Liste. Jetzt weiss ich wenigstens, dass ich diese wunderschöne Pflanze essen kann. Verwildert sind die Knollen wesentlich kleiner, denn als Zuchtmaterial. Die wohl umfangreichste Datenbank über invasive Spezien enthält zum Beispiel 9 Seiten Informationen im PDF über die Ambrosia, aber kein einziges Bild. Auf Seite 32 der Eidg. Fachkommission für invasive Pflanzen, finden sie die 11 in der Schweiz verbotenen Pflanzen. Drei sind hier im Blumenstrauss und der Riesen-Bärenklau wollte ich nicht mitnehmen. Nicht weil man den nicht berühren sollte, sondern ich hatte keine Lust, durch die Ruederchen zu schwimmen – Wasserhöhe dort rund einen Meter.

Zurück zur Kartoffel und dem Mais sowie der Tomate. Da weiss man, dass die vom neuen Kontinent stammen. Ebenso die Kürbisgewächse mit der Gurke und den Melonen. Keine bitteren Kürbisse essen, die sind giftig. Es wird auch angeraten, keine Kerne aus Kürbissen für die eigene Ansaat zu verwenden. Vermutlich hatte ich aus diesem Grund früher Zucchini nie gemocht – die heutigen sind viel besser und ganz selten bitter.

_DSC6629Schwein gehabt, die waren alles andere als bitter.

_DSC6734Und die auf der Englandreise – diesen Vortrag kennen sie ja – gekauften und nachgesäten alten Sorten schmecken himmlisch. Länger kochen und warten, bis sie reif sind. Heuer ist dann noch eine etwas speziellere mit dabei – aber für heute sind sie noch zu klein.

Und wenn wir uns nicht an 1492 halten – das älteste heute noch existierende Haus im Ruedertal war damals ein Jahr älter als ich heute – dann zählen auch Weizen, Hafer, Dinkel, Lein, Aubergine und alle Bohnen zu den aus Asien eingewanderten Pflanzen. Der Meerrettich stammt aus Ost- und Südeuropa und die Zwiebel vermutlich aus Ägypten (Afrika). In Südeuropa zählen auch die Banane und die Zitrusfrüchte dazu. Die Ananas dagegen stammt aus Amerika.

Fast alle bekannten Speiseäpfel wurden erst im letzten Jahrhundert eingeführt. Zu Beginn der Red und danach der Golden Delicous aus den USA, der Gala aus Neuseeland, der Elstar und Boskop aus Holland, der Graventeiner aus Dänemark, der Ida-red aus Moscow im US-Staat Ida-ho. Diese wurden aber meist absichtlich eingeführt. Das heisst Ethelochorie. Diese Fachausdrücke lernen sie bitte nicht auswendig. Schauen sie sich lieber mal Ruedmilan.ch an, wo alles seit wenigen Stunden nachzulesen wäre. Die Berner Rose ist ein Zufallssämling, der 1888 zum ersten Mal gezüchtet geerntet wurde.

Eingeführt wurde auch die Tanne, die gemeine Fichte. Eingeführt aus unseren Bergen, über 1400 Meter. Ursprünglich gab es nicht einmal im Emmental Tannen. Also ein echter Archäophyt. Die ältesten Balken im Tal könnten über die Geschichte Auskunft geben. Das Tal gehörte ab 1429 den Herren von Rüssegg, die entlang der Reuss herrschten, im gleichen Jahr in Honau eine gedeckte Brücke bauten und den Habsburgern nahegestanden sein dürften. Ein Jahr danach haben vermutlich sie mit langen Fichten die Hammerschmitte aus strategischen Überlegungen an der engsten Talstelle gebaut. Die Herkunft und das Alter findet man mit der heutigen Technik ziemlich exakt heraus. Unter den Waldbäumen gibt es noch etliche Neophyten – z.B. die Douglasie.

Die Kartoffel kann sogar wild wachsen, also ist sie eindeutig ein Neophyt. Die Liste von Pro Natura Aargau hält dies sogar fest. Neobiota Aargau überlegt sich vermutlich, was sie definieren will – funktioniert seit längerer Zeit nicht. Hier die Liste der gebräuchlichsten invasiven Neophyten bei uns.

Bei den Blumen wird es noch komplizierter. Die späte Goldrute ist ein Neophyt, bis auf die heimische gewöhnliche Goldrute. Sie ist auch schnell zu verwechseln. Leider sind meistens keine Bilder verfügbar und wenn, dann sind sie manchmal nur 1,25 mal 1,25 cm gross und da sieht man erst etwas, wenn die vergrössert werden. Der Alant, das drüsige Springkraut,, der Kirschlorbeer und der Sommerflieder im Strauss, sind im Grunde genommen keine Neophyten, sondern invasive Archäophyten. Widersprüchlich ist, ob zum Beispiel die Goldruten gesund sind oder nicht. Hier ein germanisches Heilkraut und wenn man weiter nachforscht, scheint dies eine wundersame Heilpflanze zu sein – die Pharmalobby kennen wir, was die wollen. Alle Heilkräuter verbieten, so wurde 2012 die Brennnessel in Frankreich verboten – der Brenneselkrieg. Die Schlacht wurde von der Industrie verloren – heute kämpft sie gegen Borax um diese Thematik kurz anzuschneiden.

Das schmalblättrige Greiskraut ein Archäophyt und das einheimische, indigene Greiskraut, beide bei uns meist nur das Jakobs-(Kreuz)kraut genannt, sind giftig und sehen ähnlich wie die Goldrute aus. Sie sind biologisch verwandt. Pyrrolizidinalkoloide sind vermutlich gefährlicher, als dies viele wahr haben wollen. Nicht nur für Tiere, auch für Menschen. Die Anzahl Todesfälle und Vergiftungen sind schlimmer, als beim allenfalls doch nicht krebserregenden Glyphosat. Der Giftstoff kann durch Milch übertragen werden oder via Nektar in den Honig gelangen. Ich stelle im Nachhinein fest, dass ich in den vergangenen Wochen einige Male Kastanienhonig gegessen habe und an diesen Tagen wesentlich mehr durch Niesanfälle allergisch auf die vorausgehende Pollen- und Feinstaubwalze bei aufkommendem Wind reagierte. Also, sicherheitshalber auf unbekannte gelbe kleine Blümchen für den Salat verzichten und vor dem Mähen ausreissen, denn als Heu wird das Kraut auch von Kühen, die es vertragen, und von Pferden nicht wahrgenommen.

Anders der Neophyt Pyrenäen Storchenschnabel, der oft mit dem Chäslichrut, der Wilden Malve, verwechselt wird. Diese Blüten schmecken im Salat. So, nun ist eure Hilfe gefragt, hab ich die Wilde Käsepappel oder ein spanisch/französisches Geranium neben dem Haus, wo alles invasionsmässig überwächst?

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Und bei der breitblättrigen Lupine gebe ich Forfait. Sie ist ein invasiver Neophyt aus Amerika und sieht gleich aus, wie diejenigen, die im Garten anzutreffen sind und bis vor kurzem noch als Gründünger verkauft wurden. Die blaue oder schmalblättrige Lupine, ein Neophyt aus dem Mittelmeerraum ist auch schon an Waldrändern zu finden und wird heute noch als Gründünger verkauft. Sie merken, für ganz spezielle Fragen brauchen wir einen spezialisierten Biologen. Schade eigentlich, dass oft mit den lateinischen Namen gesucht werden muss und das ist für diejenigen, die Landbesitzer sind und die invasiven Pflanzen dezimieren sollten, nicht immer ganz einfach.

Grob gesagt kann festgehalten werden, dass die allermeisten Neophyten und diejenigen die es noch werden könnten ganz praktisch sind. Im Gegensatz zu Amerika und Australien, denn in Europa gibt es eigentlich keine wirklich ernsthaft bedrohende Neophyten. Neobioten aller Art fallen meistens aber auf, machen sich bemerkbar. Einige invasive Neophyten werden heute noch von Gärtnereien angeboten und zurzeit sind viele wunderschön am Blühen. Gehen sie zum Beispiel zum Forsthaus. Es sieht wunderschön aus und dort sehen sie, dass das drüsige Springkraut wirklich umherspringt. Zudem gibt es schlimmere Probleme im Umweltschutz, so zum Beispiel der Abfall. Wir sind Weltmeister und deshalb trennen sie den heutigen Abfall in die verschiedenen bereitstehenden Gefässe. Merci.

Bitte die Schnäpse mit Verstand geniessen, denn sie stammen aus meiner Privatsammlung und zwei davon aus der europäischen Prohibitionperiode. Der Härdöpfeler ist weit über 50 Jahre alt und der Americano dürfte aus der gleichen Zeit stammen. Deie einzige bei uns nicht ansässige Pflanze , der Kaffee, ist ein echter Exot, er kommt in Europa nicht als Kulturpflanze vor, aber es gibt in Frutigen Früchte tragende Exemplare und der Zucker stammt ursprünglich aus Polen – die Zuckerrübe. Um das Erlebnis zu vertiefen, finden sie auch einen Zuckerrübenschnabs, etwas nicht Alltägliches sowie einen Schnaps aus einem Spargelgewächs, ein Tequilla aus Agaven, die zumindest im Sommer bei Josef im Garten in stattlicher Grösse zu finden sind.

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Das ist meine eigene Agave, die sogenannte Jahrhundertpflanze, die nach Jahrzehnten nur einmal blüht und danach eingeht – an den Blättern sieht man dies deutlich. Ein echter Neophyt und rechts von ihr sieht man einen Archäophyten – einen rund sieben Meter hohen Lorbeerstrauch. Als Apollon die Liebe, wegen Amor, zu Daphne (Lorbeer) verwehrt wurde, trug er einen Lorbeerkranz. So gesehen müsste nicht der Schwingerkönig, sondern der Unterlegene einen Kranz tragen.

Wenn ihnen das Querdenken Spass gemacht hat, empfehle ich auch den Artikel „Der letzte Romantiker der Wissenschaft“ über James Lovelock, Mitautor von „The ages of Gaia“ – dem Gaia-Prinzip. Hier wird unter anderem erklärt, wie das Plankton den CO2-Gehalt aus der Atmosphäre reduziert … die andere Art erleben wir derzeit intensiv auch im Ruedertal.

Fragen nehme ich an gibt es keine. Ich hoffe, dass ich alle Klarheiten beseitigt habe und ihnen zu einigen vertiefenden Stunden im Internet verhelfe – fangen sie mit www.ruedmilan.ch.

Hier noch die wohl beste Übersicht – aber auch da gehen die Meinungen auseinander. Wieso, die Antwort finden sie im Interview mit Lovelock, der sich wohl über diese Übersicht auch seine unsubventionierten Gedanken machen würde.

Hoffentlich sind ihnen Neophyten nicht ganz schnuppe und sie können sich ja heute Nacht bei Sternschnuppen noch etwas wünschen. Unausgesprochen und er wird nur erfüllt, wenn er innerhalb der Sichtbarkeit erfolgt. Die Perseiden oder auch die Laurentiustränen sollten heute noch gut sichtbar sein. Übrigens, Laurentius ist der Schutzpatron der Köche und Grillmeister.

Und zum Schluss, beachten sie doch bitte unseren beiden schönen Tierchen, die haben so einen praktischen Schlitz am Rücken und funktionieren genau wie ein Opferstock. Merci und viel Spass beim Essen, Trinken und geniessen von heutigen und vielleicht zukünftigen Archäo- und Neophyten.

Drei Einladungen, die wir noch verkünden dürfen – alle von Einwohnern unserer Gemeinde:

Einladung zur Wildkräuter-Exkursion: 27.8.16 um 13.30 Uhr bei der Wolfsgrube

Weberei- &Heimatmuseum – Ortskünstler und Sammler – Vernissage am 2.9.16 um 19.00 Uhr – mein Neophyten-Zapfzieher wird sicher wieder erwähnt und ausgestellt

Wilde Küche – Alpines Museum Bern – am 24.9.16 zum Beispiel: Essbare Stadt Bern – Wildkräuter sammeln in meiner Heimatstadt – der schönsten Stadt der Welt

 

Diesen Freitag – Neophyten verspeisen

Wir verspeisen Neophyten – Link anklicken und das PDF mit allen Angaben öffnet sich.

Waldhaus Schmiedrued-Walde

Treffpunkt 19.00 Uhr beim Waldhaus Schmiedrued-Walde (inkl. GeoTags) – für Teilnehmer gilt das Fahrverbot nicht. Ab Haltestelle Schiltwald rund 20 Minuten Fussmarsch – auf dem „Trampelpfad“ knappe 10 Minuten (beim Waldeingang Strasse rechts hoch bis in die Kurve (100m etwa), dann links den Waldweg hoch und in etwa immer geradeaus bis zum Waldhaus. Für geografisch Ungeübte empfehlen wir einen Notvorrat von 2 Golden Delicous und einem Sack Pommes Chips pro Person mitzunehmen und den Mut nicht zu verlieren.

Bus ab Schöftland – 18.30 ab – 18.44 an

Retourfahrt – für Perseidengucker hier noch die ersten Busse.

Waldameisen

Am Waldumgang in Schmiedrued berichten wir über Waldameisen und schauen uns einige Kolonien an.

13 000 Ameisen sind weltweit bekannt, in Europa 200 – nicht einzelne, Ameisenarten. Im grossen Ameisenhügel bei uns leben alleine genau 765 432 Ameisen – wir haben sie gezählt. Spass beiseite, aber es sind pro Hügel etwa 800 000 Ameisen.  Je nach Art kann diese Zahl stark variieren. Bei der Untergruppe der Waldameisen sind 297 Arten bekannt, wovon gut die Hälfte in der Paläarktis (Altarktis) zu finden sind – d.h. auf der europäischen Platte, also Eurasien inkl. der Sahara und des Himalajagebirges. In Deutschland gibt es 23 Arten von Waldameisen. Die ältesten fossilen Ameisen-Funde stammen aus der Kreidezeit und werden auf ein Alter von relativ jungen 100 Millionen Jahren datiert.

DSC_8918Der am einfachsten zu findende Ameisenhaufen auf dem Weg zur Hochrüti.

Wer sich intensiv mit Ameisen auseinandersetzen will und die obigen sehr ausführlichen Links nicht ausreichem dem sei das Ameisen-Wiki mit weit über 500 Beiträgen empfohlen. Nachfolgend nur einige Details.

Bei den Waldameisen gibt es vier Gruppen. Die Sklavenameisen gründen als einzige selbständig Kolonien – der eindeutigere Name dafür ist „Volk“ oder auch Staat. Die drei andern Arten nisten sich bei den Sklavenameisen ein und ihre Ausbreitung erfolgt über die Zweignestbildung. In einem Ameisenhausen können also verschiedene Arten anzutreffen sein.

Ameisen sind sehr nützlich fürs Ökosystem, obwohl sie in Gärten oder Häusern meist nicht sehr beliebt sind. Sie sammeln Samen und das ist auch ein Grund, wieso plötzlich nach dem neu angesäten Rasen auch in den Lavendelstauden solcher zu spriessen beginnt. Meist verteilen sie aber, wie jeder Hobbygärtner weiss, vor allem die gehassten Unkräuter, obschon die auch ihre Daseinsberechtigung haben. Sie sorgen auch dafür, das Brachland oft sehr schnell überwachst und beugen so der Erosion vor. Für Tulpenzwiebeln die plötzlich im Garten an einem ganz andern Ort wachsen, sind meist aber Schermäuse oder Maulwürfe verantwortlich. Und diese fressen gelegentlich auch Ameisen. Bei vielen Vögeln stehen die auch auf dem Speiseplan. Beim Mähen freigelegte und aufgerissene Ameisennester locken, wenn sie Glück haben,  den Vogel des Jahres – den Buntspecht – oder vor allem den Grünspechten zum Fressen an. Fleischfressende Pflanzen lieben Ameisen.

In einigen Ländern werden Ameisen auch von Menschen gegessen, aber die meisten Rezepte mit Ameisen sind durch Schockostreusel gefälscht. Solche fressen auch Ameisen, meist Allesfresser.

Eine Kolonie der „Hügelbauenden Waldameisen“ kann an einem Tag mehrere Millionen Insekten erbeuten, darunter auch viele Schadinsekten, und trägt so zur Gesundheit des Waldes bei.

Frisches Aas wird von Ameisen auch gesammelt und sie ziehen mit dem Protein hauptsächlich die Larven auf, selbst fressen sie mehrheitlich Kohlehydrate (Zucker). Sie können auch Läuse halten oder transportieren diese zu geeigneten Pflanzen – bei uns oft zu allen möglichen Platterbsen. Und wenn die Läuse sich von der Pflanze ernährt haben, so melken die Ameisen den Nektarsaft.

Wenn ihr selbst Ameisen züchten wollt, dann ist das zu Hause möglich. Nur aufgepasst, rund 90% der Ameisen in der Schweiz sind geschützt. Sie können die Ameisen und Zubehör in einem Shop kaufen oder an einer Ameisen-Auktion ersteigern – fast eine Ameisenbörse. Die Ameisengilde trifft sich auf Ameise.net.

Auf dem Gebiet der Ameisenfortpflanzung gibt es noch viel zu forschen. Es gibt Teilgebiete, die noch praktisch unerforscht sind. Geschlechtstiere haben Flügel und zumindest die Königin stösst diese nach dem Hochzeitsflug ab. Wie kann eine Königin erkannt werden? Hauptmerkmal ist nicht die Grösse, sondern der grosse Thorax, der den Kopf mit dem Unterleib verbindet. Vermutlich ist die Altersbestimmung bei Ameisen, die zwischen 3 Monaten und 30 Jahren alt werden können, nicht ganz so einfach.

Ameisenköniginnen können auch polygam resp. polygyn sein, das bei vielen Völkern ein Überleben des der Kolonie sichert, nachdem die Königin gestorben ist. Ansonsten geht der Staat zu Grunde. In einem Waldameisen-Haufen können bis zu 5000 Königinnen leben.  Superkolonien und dass eine Ameise bis zum vierzigfachen ihres Körpergewichtes schleppen kann, regen manchen zu Horrorgedanken oder Ameisenfilmen an. Die grösste bekannte Kolonie steht (stand?) in Japan, dort sind 45 000 Nester auf 2,7 km3 angesiedelt und untereinander verbunden und es leben dort rund eine Million Königinnen.

Die roten Waldameisen scheinen zur Zeit in der Schweiz nicht mehr gefährdet zu sein, aber beachten sie, dass das aktuelle Material des BAFU aus dem Jahre 1994 stammt – 45 von 132 Ameisen Arten in der Schweiz sind auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten in der Schweiz. Die Waldameisennester lässt man unverändert. Und wenn sie im Haus Ameisen ohne Gift bekämpfen wollen, müssen sie allenfalls zuerst die Art erkennen.

Ameisen scheinen ganz zufällig rum zu laufen. Sie versuchen aber, Wege zur Nahrung und zurück ins Nest zu optimieren. Das ist eine nicht wirklich effektive Methode, denn wenn eine Ameise kommunizieren könnte, dass das Futter z.B. 40 cm gerade aus sei, müssten sie nicht fast kreuz und quer durch die Landschaft laufen. Sie können aber nur mit Duftspuren markieren. Diese Arbeitsweise wird aber in der heutigen Computerforschung auch bei der Turingmaschine, der Ameise, eingesetzt. Mit dem Ameisenalgorithmus werden so zum Beispiel Buseinsatzpläne oder Vertreterbesuche optimiert.

Rein theoretisch könnte man einen Ameisenhügel auch zum Entkalken von Kaffeemaschinen oder zum verleimen von Kunststoffen missbrauchen.  Dank der Ameisensäure. Diese wurde vor allem früher als Konservierungsmittel für Lebensmittel verwendet. Sie brennt und nicht der eigentliche Biss der Ameise. Wenn sie etwas näher ran gehen, so sehen sie bei den fressenden und beissenden Ameisen ganz deutlich, dass sie acht oder mehr Zähne haben und der dritte wesentlich kleiner ist und der vierte viel grösser als die andern.

Ameisen sind Störzonensucher und befinden sich fast immer auf Kreuzungen von Wasseradern und teilweise auch auf geologischen Verwerfungen. Nicht einmal der Geruch von Lavendel lässt sie abhalten, mitten in einem grossen Lavendelbusch in Schmiedrued einen Ameisenhügel zu errichten. In Ostbayern gibt es den Brauch, vor dem Hausbau auf dem Baugrund Ameisenhaufen zu vergraben. Nur wenn sie wegziehen, ist der Baugrund schlaf- und wohntauglich.

DSC_8922Lassen sie sich überraschen, was es mit dem Handy und Elektrosmog auf sich hat. Und wer Lust hat, kann selbst einmal mit einem Tensor, einer Wünschelrute, die Störzonen erkunden und schauen, wo sie sich treffen. Jemand, der noch nie eine Rute in der Hand hatte, löste diese Aufgabe mit Bravur. Dieser Ameisenhaufen eignet sich besonders gut, denn er ist fast rundum einfach zugänglich.

Ameisen können auch als Warner vor Vulkanausbrüchen „angestellt“ werden. Sie reagieren auf 0,1 Grad Temperaturveränderungen und diese sind in Spalten, Verwerfungen eher zu messen und ziehen die Ameisen an. Sollte minim Gas austreten, stellen sie dies fest und verlassen die Nester.

Sollten sie jetzt noch Lust haben, wesentlich mehr über Ameisen zu erfahren, dann nehmen sie sich einige Stunden Zeit. Viel Spass …

… „Gegen den Rat ihrer Freunde heiraten eine Ameise und ein Elefant. Wie sie zum ersten Mal miteinander schlafen wollen, erleidet der Elefant eine Herzattacke und stirbt. Meint die Ameise: „Son Scheiß. Fünf Minuten Spaß und jetzt darf ich für den Rest meines Lebens ein Grab schaufeln…“ … und noch einige Witze.

Werden sie Fledermaus-NotpflegerIn

Die Stiftung Fledermausschutz betreibt im Zoo Zürich eine grosse zentrale Fledermaus-Notpflegestation. Zudem bilden wir ehrenamtliche Mitarbeiter aus, die privat zu Hause aus Fledermaus-Findlinge pflegen. Das sind unsere sogenannten ?dezentralen? Pflegestellen, welche sich in der ganzen Schweiz verteilen.

Nun haben wir in gewissen Regionen Engpässe und sind daran, Neue Pflegepersonen zu finden, die Interesse hätten, diese Ausbildung bei uns zu absolvieren.

Da es sich um Wildtiere handelt, braucht man dazu eine Bewilligung, und dazu muss gemäss Tierschutzverordnung ein obligatorischer Kurs absolviert werden. In diesem spannenden Kurs wird einerseits Basiswissen über die Biologie dieser hochspezifizierten Tiere vermittelt, aber auch das praktische Know how vermittelt, damit man nachher selbständig, jedoch mit fachlicher Unterstützung der zentralen Pflegestation der Stiftung Fledermausschutz, Fledermaus-Findlinge pflegen und wieder auswildern kann.

Fledermaus Notpflege Kurs

Diesen von BirdLife Aargau weitergeleiteten Kurs möchten wir euch nicht vorenthalten.

Wissen sie eigentlich, wie das Fledermausradar aussieht, das ein Jahr lang hoch über unserem Tal Messungen aufzeichnete?

Fledermaus im Tagesflug

Wer entdeckt die Fledermaus, die mit der gleichen Kamera am helllichten Tag geschossen wurde?

 

Statistik, Wissenschaft und „wir vernaschen Neophyten“

„Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, so der Spruch und manchmal trauen wir nicht mal diesen. Ja manchmal trauen wir auch den wissenschaftlichen Statistiken nicht ganz und oft hinkt die Wissenschaft dem allgemeinen Wissen hinter her.

Am 27. Mai 2016 findet eine Exkursion in Schmied-rued-Walde statt. Treffpunkt:   Schulhaus Walde um 19.00 Uhr, anschliessend Bräteln bei Josef Brunner.

Am 12. August 2016 treffen wir uns um 19.00 Uhr im Waldhaus Schmiedrued-Walde wo wir „Neophyten vernaschen“ werden.

Für die vegetarischen Speisen und die Getränke an der Augustveranstaltung, unter anderem ein Wein aus Neophyten, wird der Vorstand besorgt sein. Wer gerne etwas Zusätzliches auf dem Feuer grillieren will, der soll selbst etwas mitnehmen. Als Neozoen, neobiotisches Fleisch, können wir ihnen Lama (Alpaka aus dem Ruedertal zum Beispiel), Antilope, Bison oder den Stör aus Schweizer Zucht vorschlagen. Für die Getränke werden wir auch sorgen. Aus finanziellen Überlegungen schenken wir einen südfranzösischen, einen verbotenen Wein, den Clinton, aus. Zwischendurch werden wir auch Zeit finden, über die bevorstehenden amerikanischen Wahlen zu diskutieren und ob sich da nicht einige trumpieren könnten. Neophytischen Wein gibt es bei uns vor allem im Tessin, den Americano (rund 3,3% der Rebenernte), auch Chatzeseicheler genannt. Auch im Thurgau, im bernischen Gondiswil bei meinem Namensvetter und Bekannten Fridolin gedeihen solche Reben und wenn es klappt, nächstes Frühjahr bei mir im Weinkeller.

Lasst euch überraschen, was wir an Neophyten auftischen werden. Vielleicht geniessen wir auch Archäophyten, die vor 1492 bei uns „eingeschleppt“ wurden. Wir geben uns auch Mühe, fürs Rednerpult einen Blumenstrauss mit invasiven Neophyten aufzutreiben, um die kurze Einführung in dieses Thema zu veranschaulichen. Zu dieser Veranstaltung laden wir auch Neuzuzüger ein, ungeachtet ob es Immigranten oder Schweizer sind.

Für Kinder werden wir eine Spielecke einrichten, damit sie sich mit der Natur spielerisch auseinandersetzen können. Es würde uns freuen, wenn wir das neue Spiel von BirdLife Aargau organisieren können. Hier nur mal einige Vorabbilder, wie ihr sie garantiert noch nicht im Internet antrefft. Gefunden in der Werkstatt beim Künstler Bruno Fischer aus Boniswil:

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Das Spielfeld der Biodiversität in Überbauungen …

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… eine Spielfigur …

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… eine Spielkarte (erst auf dem Bildschirm).

Nicht zum Spielen wird unser Vorstand noch gefordert sein, sondern um statistisches Zahlenmaterial für BirdLife zu erheben. Lassen wir uns überraschen, ob wir die gesuchten Zahlen herausfinden können. Statistiken zu erstellen ist gar nicht so einfach. Ein Beispiel, das mit dem Naturschutz zusammenhängt: „Terroristen nehmen vermehrt nukleare Anlagen ins Visier„. Da ist unter anderem zu lesen: „In diese Zeit fallen auch zwei von vier Vorfällen mit Schweizer Atomkraft-werken. Im Februar 1979 verübten Unbekannte einen Spreng-stoffanschlag auf den Informations­pavillon des AKW Kaiseraugst.“ Statistik hin oder her, ein AKW oder wie es damals hiess ein KKW Kaiseraugst gab es nie … nur Pläne und Ideen.

Dabei gibt es noch ganz andere hinterlistige Lebewesen, die Milliarden teure Hightech-Anlagen sabotieren: „Wiesel schaltet CERN-Maschine aus„. Gut die 100 000-fache Länge seiner Körpergrösse liegen nun beim LHC darnieder. Ja, Forschung und Wissenschaft erstaunen uns schon oft. So haben die Chinesen jetzt rausgefunden: „der Klimawandel lässt die Erde ergrünen„.

Echt sensationell. Spass beiseite, sehr wahrscheinlich haben sie vor einem Jahr gelesen, dass in Schmiedrued ein Neophyt gepflanzt wurde, um diesen Effekt zu beobachten. Nicht ganz wissenschaftlich, aber Mitte Mai diskutiere ich mit Wissenschaftlern über die gemachten Erfahrungen. Aus dem Solanum Glaucophyllum extrahieren wir, einige unentwegte Privat Equity Investoren, Vitamin D6 und produzieren vorderhand Viehfutter. Damit es mehr Platz hat und genügend Licht bekommt, habe ich rund um diese Pflanze eingeführtes Unkraut aus Asien ausgerissen. Beide Unkräuter dienen auch einer speziellen Rasse von Vögeln, die wir vom Natur- und Vogelschutz-Verein auf unseren Exkursionen nicht statistisch erfassen. Bei der Veranstaltung über Neophyten werde ich mehr dazu erzählen und vielleicht nimmt jemand so ein fasanenartiges Federvieh gar zum grillieren mit.

Achtung wenn sie Neophyten verspeisen, bei vielen darf man nicht alle Pflanzenteile verwenden, weil sie oft giftig sind. Und ein ganz krummes Ding werden einige geniessen, aber sicherlich nicht vernaschen.

Kunstvolle Graffiti im Ruedertal

Ganz herzlichen Dank an unsere Vorstandsmitglieder, die Künstlerin Brigitta Frey und den Schreiner Josef Brunner

… für die Herstellung zweier Tafeln. Eine in Schlossrued und eine im Schiltwald. Vermutlich kommt demnächst noch eine dritte, damit wir auf unsere Veranstaltungen auch Anfangs Matt in Schmiedrued aufmerksam machen können. Ein Merci den Behörden, die uns den Anschlag bewilligten.

Ruedmilan Tafel IMG_3052

Plastik- und Metalltafeln herstellen, das können viele … aber aus Holz, einem nachhaltigen Produkt, ein legales und nicht anonymes Graffiti zaubern, dass können eben Naturschützer.