Danke von Werner Müller und einige Fotos aus Frankreich, inkl. Weltrekord

„Herzlichen Dank für Ihren Einsatz für ein besseres Jagdgesetz!
In den letzten Monaten haben unzählige Helferinnen und Helfer Leserbriefe geschrieben, Plakate und Fahnen aufgehängt und Flyer verteilt, um das Referendum gegen das missratene Jagdgesetz zu unterstützen. Dafür möchten wir Ihnen ganz herzlich danken.

Umso mehr freuen wir uns, dass gegen 52 Prozent der Stimmenden das missratene Jagdgesetz abgelehnt haben.

Der Abstimmungskampf war sehr intensiv. BirdLife Schweiz, Pro Natura, WWF, Gruppe Wolf Schweiz, Zooschweiz, der Schweizerische Forstverein und die Nein-Komitees der Bundesparlamentarier, der Jäger, der Försterinnen und der Bauern sowie die aktiven kantonalen Komitees haben alles gegeben, um den Weg frei zu machen für ein besseres Jagdgesetz.

BirdLife Schweiz und die anderen Naturschutzorganisationen haben immer betont, dass sie jetzt Hand bieten für eine bessere Revision des Jagdgesetzes: ohne Abschüsse von geschützten Tieren auf Vorrat, ohne Abschaffung der Bundesbewilligung bei der Regulierung geschützter Arten, ohne Regulierungsliste des Bundesrates und mit einer massvollen Regulierung des Wolfs, welche die Rudel sichert und die Anliegen der Bevölkerung aufnimmt.

Der von niemandem bestrittene Schutz der Wildtierkorridore und von Entenarten und die dem Naturschutz dienenden Bundesmittel für die Kantone können unverändert in die neue Revision übernommen werden. Und neu muss für Birkhahn, Schneehuhn, Waldschnepfe und Feldhase der nötige Schutz garantiert werden. Zugleich muss der Bundesrat jetzt mit der Sicherung und Förderung der Biodiversität endlich vorwärts machen!

Heute hat die Natur gewonnen! Herzlichen Dank.

Werner Müller
Geschäftsführer BirdLife Schweiz“

Schön und gleich wird es fast traurig. Werner verlässt uns! Hier die Mitteilung von heute Nachmittag:

„Liebe Sektionspräsidentinnen, liebe Sektionspräsidenten

Werner Müller tritt nach 40 Jahren im Amt von seiner Stelle als Geschäftsführer von BirdLife Schweiz zurück. Er ist DIE prägende Figur des Verbands. An der diesjährigen DV von BirdLife Schweiz (am 22.11.) wird er durch den Vorstand, die Landesorganisationen und die Kantonalverbände verabschiedet. Leider ist dieses Jahr denkbar schlecht geeignet, ihm persönlich die Ehre zu erweisen und mit einem Heer an Naturschützern vor Ort zu sein.“

DSC_4665

Werner, wir wünschen dir nach 40 Jahren CEO „VogelLeben“ alles Gute und danke für deinen Einsatz zugunsten der Vögel, der Ökologie.

Das Jagdgesetz ist abgelehnt. Zum Glück. Die Jäger sind wirklich selbst schuld. Das Gesetz müsste wirklich einmal revidiert werden. Aber nicht so. Nicht alle Wildtiere abknallen. Bär, Wolf und Co. waren vor uns in der Schweiz. Vielleicht habt ihr etwas gelernt. Viele von uns haben Wild ja auch gerne. Einigen wird wohl der Artikel im heutigen Migros Magazin über die Jägerin des Jahres (ab Seite 32ff) sauer aufstossen … die sollen halt bei den Pilzen bleiben. Aber den „gemeinen Schmiegermutter Täuschling“ meiden. Das ist der Rote mit den weissen Punkten. Vegetarier sollen halt beim Rezept auf Seite 31 den Salsiz weglassen und Veganer zusätzlich den Honig. Hier sind die Zuckerrüben ein Problem wegen der Pestizide, nicht nur, dass mit der Aarberger Sonne viel Honig gestreckt wird. Kastanienhonig zum Beispiel, sollte sehr dunkel sein. Wetten, dass der nächstes Jahr spätestens teurer ist, denn in den Cevennen gibt es keine mit Neonicotinoiden zu spritzende Zuckerrüben.

DSC_8319

Zurück zum Schweizer Wald. Am Waldrundgang haben wir Witze gemacht, dass es gefährlich sei mit einer Mamutjacke oder Puma-Turnschuhen in den Wald zu gehen. Ich habe auch mit einem Jäger diskutiert, dass wir zwei Hirsche oberhalb der Hammerschmitte gesehen haben. „Ja, die beiden habe ich vor kurzem geschossen!“ Er müsste mal „Die stille Heimkehr des grössten Wiederkäuers“ (Seite 30f) im Milan lesen, besonders den letzten Satz.

Hier noch einige Ferienfotos aus Südfrankreich … meistens ohne Kommentar. Kennt ihr alles?

DSC_8376

DSC_8390

Wie bei der Edelkastanie weiter oben. Es war zu trocken und die Natur versucht mit vielen Nachkommen zu überleben. Viele sagen auch, dass dann ein kalter Winter folgt.

DSC_8429

Die Platanen sind heuer ganz leicht dunkler, als im Jahr zuvor. Sie haben trotzdem noch viel Nahrung. Platanen sind interessant zum Betrachten. Wie sie geschnitten sind, welche Formen sie haben, die auch zu Fantasien anregen können. Wäre das nicht ein Baum zum Umarmen? Zumindest für Männer?

DSC_8446

Eine wilde Ziege an der Ardèche. Bisher habe ich nur dunkle beobachtet. Menschenleere Strasse, die in andern Jahren zur gleichen Zeit von mir gemieden wird. Regnerische Corona-Spätnachmittage haben auch ihren Vorteil.

DSC_8453

DSC_6513

Zikaden sind in den letzten Jahren extrem viel häufiger anzutreffen.

DSC_6620

DSC_6629

Ich habe die Oleander noch nie so üppig blühen sehen, wie dieses Jahr. Ein wunderschöner Neophyt.

DSC_6782

Was ist das. Schauen sie das Bild an, bevor sie weiterlesen. Die ehemals roten Beeren werden von den Ameisen gesammelt und es gelingt ihnen nicht, die ins Nest zu nehmen. Die Beeren sind zu gross. Die Vögel verteilen dann liebend gerne den Rest der gefressenen, getrockneten Beeren. Und was entsteht dann daraus. Überall zu finden. In den ersten Jahren hat man noch Freude, weil man die jungen Triebe essen kann, aber plötzlich werden sie extrem lästig, reisst sie aus. Aber zwingend mit Handschuhen, denn sie sind extrem stachelig. Der Wilde Spargel. Fragen sie mich bitte nicht, welcher Asparagus es ist. Sieht ähnlich wie der albus aus, ist es aber nicht. Zumindest eines haben wir seit 15 Jahren erreicht. Heute darf man/frau laut Duden auch die Spargel sagen. Das ist e-Mannzipation. Ja, Spargel bildet.

DSC_6578

Ein Breitwegerich und weil er extrem breit ist, habe ich ihn mit voller Auflösung in den Blog gestellt. Das habe ich in den vergangenen 15 Jahren höchst selten gemacht. Zählt mal die Samen nach. Es sind mehr als 100. Bei Wikipedia ist zu lesen, dass maximal 46 vorkommen und die Wuchshöhe 3-25 cm beträgt. Dieser war deutlich über 40 cm hoch. Wer noch ein Exemplar von 41 cm vermessen will, muss sich in den nächsten Tagen bei mir melden. Weltrekord? Oder stimmt das Wiki nicht? In der englischen Wikipedia wird der „white man’s foot“, wie er auch heute noch genannt wird, der prodleaf plantain oder plantago major, besser beschrieben. Leider ist hier die Samenkapselzahl nicht angegeben, die pro Pflanze bis 20 000 Samen enthalten können. Aber der Durchmesser meiner Pflanze ist über 80 cm um zehn grösser. Also immer noch Weltrekord. Es wäre Bild 6578 von Reise 1, mit diesen Angaben würde ich dann das Original schneller finden.

Breitwägerich wächst auch bei mir in Schmiedrued. Ich bin allergisch unter anderem auf Insektenstiche und ein Blatt auf die Stichstelle gerieben wirkt Wunder. Ich habe mich erst heute mit dieser Pflanze im Netz beschäftigt und gelesen, dass „Neuere Studien verweisen auch auf eine mögliche antivirale und immunmodulatorische Wirkung von Plantago major“. Morgen erhalten einige von Herbodee und Herbonis ein Mail – ich habe noch von diesem Weltrekordsamen. Antiviral in der Corona-Zeit und das am Tag festgestellt wo meine Covid19-Quarantäne abläuft.

Die Umwelt ändert sich rasend schnell. Beobachtet sie.